Beiträge von Exilfrange

    Zum letzten Mal: Pro Köllner! Was soll win Wechsel jetzt noch bringen? Was kann MK für den Aussetzer von Rhein?

    1. Ein Signal an die Mannschaft, dass man noch nicht aufgegeben hat. Dass man zumindest die kleinstmögliche Veränderung probiert.

    2. Das mit Rhein ist nichts, was irgendjemand Köllner vorwirft, oder bitte zeige mir das andernfalls. Köllner wird für seine offensichtliche Ideenlosigkeit, seine Analysen und die fehlenden Impulse von Außen kritisiert.

    Ja, Hallo.

    Was ich sagen möchte, passt nur so halb in diesen Thread, aber ich möchte jetzt auch keinen neuen Faden nur für die eigenen Befindlichkeiten eröffnen.

    Ich würde gerne erklären, warum ich von einem Vielschreiber zum seltenen Gast geworden bin. Natürlich ist die Freizeit heute etwas rarer als früher, aber das spielt nur eine untergeordnete Rolle.


    Viel wichtiger ist doch die eigene Desillusionierung, die ich aber durchaus begrüße.

    Ich war - auch entfernungsbedingt - sicher nicht das aktivste Vereinsmitglied, aber doch ein begeißtertes. Es gab eine Zeit beim FCN, da war der Verein in einer Position, in der er am Anschluss an andere Vereine der Bundesliga schnupperte. Gleichzeitig wiesen die Vereinsstrukturen (ob jetzt in den Bereichen Infrastruktur, Merchandising, Kommunikation, you name it) so eklatante Mängel auf, dass sie selbst ein Laie sehen konnte. Wenn man dann z.B. den Fanshop mit dem von anderen Vereinen (auch über den Fußball hinaus) verglich, oder unser Ticketsystem, oder, oder oder, fielen eben Dinge auf, die Fragen aufwarfen. In der Kommunikation mit dem Verein konnte sich manches klären lassen, anderes konnten wir (vermeintlich) anstoßen, vieles landete auch in der Schublade. Auch hierfür habe ich Verständnis, wir waren doch nur begeisterte Fans mit wilden Ideen und dass da nicht jede die höchste Priorität hat, wirklich umsetzbar ist oder überhaupt zielführend wäre, versteht sich von selbst.

    Es war sicher auch eine Phase einer gewissen Vermessenheit, zu glauben, etwas bewirken zu können. Aber genau diesen Anschein hatte es. Und es kam gute Rückmeldung zurück. Von Bader, (nach meinem Interview zu den neuen DFL Richtlininen bzgl Teilausschluss und co und wie der Glubb wo wie gestimmt hätte) - dass er sich fair kritisiert fühlte und so wieder mehr Lust hätte, auch seine Entscheidungen zu erklären. Etwas, was mich absolut motiviert hatte, da ich den Mangel an gut gesteuerter Kommunikation für einen wichtigen Faktor unser inneren Unruhe hielt und halte. Mit Herrn Rößler hatte ich ein extrem positives Treffen zur Umgestaltung des Ticketings.

    Angeblich sind davon Teile umgesetzt worden. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen. Parallel zu diesen positiven Erfahrungen gab es aber auch viele negative. Insbesondere unsere Versuche, den AR mitzugestalten und damit den Kurs des Vereins in Richtung Erfolg zu stellen muss ich mit etwas Abstand als grenzenlos naiv und anmaßend ansehen, wie eigentlich mein gesamtes Wirken zu der Zeit. Damit will ich übrigens meinen ehemaligen Mitstreitern nicht dasselbe unterstellen. Da gab es ja auch teilweise ganz andere und praktischere Ansätze, wie das Angebot an den Verein, die Konstruktion von Beachvolleyballplätzen mit Arbeitskraft und Material zu unterstützen. Das würde ich weder als zu naiv noch als vermessen ansehen.

    Mir blieb halt eher die Rolle des Klugscheißers von Außen und ich verrannte mich in die Idee, mit Wahlkampagnen für Kandidaten für den AR etwas bewirken zu können. Letztlich, auch wenn diese bestimmt ehrliches Herzblut eingebracht haben, war diese Episode doch ernüchternd. Der Prof hat sich nach seiner Wahl eigentlich kaum mehr gemeldet, was bestimmt auch Zeitgründe hatte, aber ich weiß im Grunde überhaupt nicht, was er im AR getan oder angestoßen hat. Seine Ideen vor der Wahl fürs Controlling klangen gut, aber ich glaube, da ist nicht substantiell von hängen geblieben. Bei Ehrenberg war der Kontakt viel besser und ich weiß, wie viel er investiert hat in diese Zeit, aber auch er hat sicher viel zu lange zugesehen, wie Bader und Woy im Stile von Hitlers Wunderwaffen völlig absurde Machbarkeitsstudien zu Stadien und Bilanztaschenspielertricks durchzogen, um länger am Ruder zu bleiben.

    Dann waren wir die Klabautermänner endlich los, als mir dämmerte, dass dies kein neuer Aufbruch mehr sein konnte. Dass wir den Anschluss endgültig verpasst hatten. Die Bundesliga ist heute dominiert von durchvermarkteten Vereinen, die über Budgets verfügen, von denen wir nur träumen können. Die darüberhinaus diese Budgets auch nicht duch ständige Transfers in dem Maße sicherstellen müssen, wie wir, da sie z.B. im eigenen Stadion spielen etc. pp.

    Und dieses zunächst schmerzhafte, heute gefühllos vernarbte, Erwachen hat mir dann die letzte Lust genommen. Wozu sich engagieren, wenn wir hier mit Papierkugeln auf Panzerstahl schießen. Wenn selbst ein Aufstieg nichts mehr als ein Ausflug ins gelobte Land ist, der uns zwar kurzfristig hilft, aber der Mannschaft und den Fans auch das Ausmaß der Lücke zum Rest überdeutlich macht.

    Sicher, man könnte den Verein wegen seines Fußballs verfolgen. Das könnte man. Das macht mir aber keinen Spaß und ich habe es wirklich versucht. Mittlerweile besuche ich praktisch keine Spiele des FCN mehr. (Zuletzt dieses Jahr auf Schalke, mann, war das klasse). Ich habe Sky vergangenes Jahr gekündigt - und nein, ich schaue es auch nicht anderswo. Die Vereinsmitgliedschaft, die Trikots, Jacken, Schals und Bilder sind noch da und viele Kontakte und Erinnerungen.
    Aber die Treffen mit den alten Gefährten liegen lange zurück, das Forum hat seinen Reiz wie der gesamte Verein verloren und die Mitgliedschaft erwäge ich ernsthaft, auch dranzugeben. Ist eigentlich nur eine Frage der Zeit.

    Ich bewundere jeden, für den es motivierend genug ist, den ausgeübten Sport anzusehen. Oder denen es reicht danach zu streben, den Status quo - um den uns viele Vereine sicher beneiden - zu erhalten. Ich sage nichts schlechtes über euch. Nur für mich ist das alles iwie eben nicht mehr drin.


    Warum ich das alles aufgeschrieben habe? Vermutlich ein letzter Anflug von Selbstverliebtheit und Vermessenheit. Alte Verhaltensmuster ;) Ein wenig sehe ich ja auch noch nach meinem Glubb und nein, ich bereue die ganzen Stunden hier im Forum und im RL für meinen Verein kein bisschen.

    #RSG
    Exil

    Das Spiel hat deutlich gezeigt, dass der an sich ja vernünftige Sparkurs unsere Mannschaft komplett desillusioniert hat. Sie weiß um ihre qualitativen Mängel, aber es wird nichts repariert, da man sich nicht verschulden möchte.
    Das frustriert dann so weit, dass nicht mal gegen einen 2tligisigen in einem Knockoutspiel mehr die Leistung abrufbar ist.

    Das spricht auch deutlich gegen den Trainer, auch wenn der natürlich ebenfalls ein armes Schwein ist.


    Das alles unterstreicht nur, was wir eigentlich lange wissen. Wir sind auf ewig abgehängt. Das frustriert aber auch Fans, weil es keine wirklich erreichbaren Ziele mehr gibt, außer den Status quo als gehobener Zweitligist iwie zu halten.