Mal ein anderer Blickwinkel aufs strukturelle Defizit:
Wir liegen nach den Zahlen, die ich kenne, auf Platz 6 beim Lizenzspieleretat und auf Platz 11bei den Fernsehgeldern. Wir betreiben hohen Aufwand bei magerem Ertrag. Würden wir bei den Fernsehgeldern auch auf Platz 6 liegen, hätten wir ungefähr fünf Millionen mehr pro Jahr und somit kein strukturelles Defizit.
Wenn ich die Gründe für dieses Mißverhältnis kaufmännisch betrachte, kann ich sagen: Das liegt daran, daß wir große Teile unserer guten Transfererträge nicht wieder in den sportlichen Bereich investieren, sondern zum einen zur Sanierung der Bilanz und zum anderen für die Verbesserung der Strukturen und die weitere Professionalisierung verwendet haben.
Kann man machen, aber dann muß der Ertrag aus diesen Maßnahmen die Mindereinnahmen aus Fernsehgeldern rechtfertigen.
Bisher sieht es aus, als sollte das funktionieren, mit der letzten Transferperiode hat sich das schon mal rentiert. Und in der laufenden Saison liegen wir laut transfermarkt.de schon bei einem Plus von 11 Millionen, da sind aber die Schnäpse, Boni und Weiterverkaufsbeteiligungen sowie Transfereinnahmen jetzt im Winter und im Sommer noch nicht mit drin.
Der Preis dafür war sportliche Stagnation in der Mittelmäßigkeit, da kann jetzt jeder urteilen, ob dieser Preis es wert war, jetzt mal mindestens zwei, drei Spielzeiten finanziell sorgenfrei zu sein und ein erfolgreiches Geschäftsmodell zu haben.